Pflanzen sind die Grundlage jeglichen Lebens auf der Erde. Sie sind sowohl Quelle des für uns lebensnotwendigen Sauerstoffs, als auch vieler unverzichtbarer Nährstoffe und medizinischer Wirkstoffe die unser Leben verlängern und dessen Qualität steigern können. Die Kraft der Natur ist für uns als Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten immer interessanter geworden. Das Bewusstsein darüber was wir unserem Körper zuführen und wie sich dies sowohl auf uns selbst als auch auf unsere Umwelt langfristig ausübt ist geschärft. Neue Forschungen und Technologien ermöglichen uns die Erkenntnisse über Vorteile die die Pflanzenwelt für uns bereithält und die notwendigen Verfahren um sie für uns nutzbar zu machen.
Es gibt schätzungsweise 500.000 Pflanzenarten weltweit, davon sind nur knapp 400.000 erfasst und von diesen bekannten Arten werden lediglich 20.000 von uns Menschen in irgendeiner Art und Weise genutzt. Laut Forschern ist das Moos die erste Landpflanze der Erde, die sich vor etwa 485 Millionen Jahren aus im Wasser lebenden Algen heraus entwickelt haben soll. Fest steht, dass Moos eine der ältesten Pflanzen der Welt ist. Aber was macht Moos so einzigartig anpassungs- und widerstandsfähig, dass es über Millionen Jahre und mehrfache gravierende klimatische Veränderungen auf der Erde überleben konnte? Welchen Nutzen kann es für uns haben? Und was ist Vitamin P?
Verwendung von Moos
Die beeindruckenden Eigenschaften von Moos sind viel eher wiederentdeckte als neue Erkenntnisse. Denn bereits die amerikanischen und sibirischen Ureinwohnern nutzten Moos als Windelfüllung, da sie seine extrem hohe filternde und keimtötende Wirkung kannten. Die Fähigkeit Pilze und Bakterien unschädlich zu machen und damit auf natürliche Weise antiseptisch zu wirken, machte Moos auch zu einem beliebten Wundverband während des ersten Weltkriegs. Seither hat sich natürlich viel getan und andere Produkte haben Moos auf diesen Einsatzgebieten abgelöst, weil sie einfacher zu handhaben, zu lagern und zu transportieren sind. Dadurch ist die heilende Wirkung des Mooses in Vergessenheit geraten. Nur noch wenige Gärtner, Pfadfinder und Überlebensexperten kennen die ein oder anderen Vorteile und Funktionen von Moos. So manchem Gärtner wird wohl der Begriff des "Abmoosens" bekannt sein. Dazu wird ein Stück lebenden Asts über einen längeren Zeitraum in Moos eingepackt um neue Wurzeln zu bilden. Das Moos beschleunigt nicht nur die Keimung und die Wurzelbildung es verhindert dabei auch das Aufkommen von Krankheiten und Fäulnis. So entsteht eine neue gesunde Pflanze, die man kurze Zeit darauf abschneiden und einpflanzen kann.
Pfadfinder und Überlebensexperten kennen wiederum das hohe Feuchtigkeitsspeichervermögen von Moos und seine filternde und keimtötende Wirkung, das macht es für sie möglich das Wasser aus dem Moos auszudrücken und bedenkenlos zu trinken. Auch bei wundgelaufenen Füßen nach einer langen Wanderung greifen sie gerne zur Linderung auf ein Fußbett aus frischen Moos zurück.
Inhaltsstoffe mit Superkräften

Vitamin P
In den 30er Jahren entdeckte der Nobelpreisträger Albert von Szent-Györgyi Nagyrapolt eine Substanz, die die Durchlässigkeit (Permeabilität) von Blutgefäßen und die Widerstandsfähigkeit von Kapillaren erhöht.
Er benannte die Substanz vorerst nach dem Begriff der Permeabilität, Vitamin P. Spätere Forschungen ergaben, dass es sich dabei um eine viel größere Substanzgruppe mit über 6500 bekannten Wirkstoffen handelt, den Flavonoiden.
Flavonoide werden ausschließlich von Pflanzen produziert, sie kommen universell in allen Pflanzenarten als sekundäre Pflanzenstoffe vor und ihre Funktionen sind vielfältig. So gehört beispielsweise die Farbgebung von Blättern und Blüten, sowie der Schutz und die Abwehr vor schädlichen Einflüssen zu ihren wichtigsten Funktionen, deren Wirkungsweise teilweise auch im menschlichen Körper beobachtet werden kann. Aus diesem Grund wird besonders der antioxidative Effekt und die krebshemmende Eigenschaft intensiv erforscht.

Die doppelte Wirkung der Flavonoide auf den Enzymhaushalt macht sie für die Krebsvorsorge und die Krebsbehandlung sehr interessant. Denn einerseits hemmen sie die Phase-I Enzyme, welche Zellstoffe in eine schädigende Form umwandeln können und andererseits fördern sie die Bildung des Phase-II Enzyms, das entgiftend wirkt und die Beseitigung von Schadstoffen initiiert.
Wie schon erwähnt ist auch der antioxidative Effekt der Gegenstand vieler Forschungs- und Wirkungsansätze. Flavonoide sollen die Zellen vor vorzeitiger Oxidation schützen, es wir angenommen, dass das Vitamin-P vor allem die andere krebshemmende Vitamine schützt, sodass diese in der Lage sind ihre Funktion ungestört auszuüben. Vitamin P ist der ideale Wirkungspartner für das Vitamin C! So konnte in Laborversuchen festgestellt werden, dass Vitamin P der einzig bekannte Stoff ist, der in Lage ist die Wirkung des Vitamin C um ein 10-faches zu steigern. Dies geschieht durch die sogenannte Redox-Reaktion (Reduktions-Oxidations-Reaktion), während derer das Vitamin P das verbrauchte Vitamin C-Molekül bis zu 10 mal wiederbeleben kann.
Es soll das bisher stärkste bekannte Antioxidant sein und bindet sich anders als Vitamin C bevorzugt an Protein, insbesondere Kollagen und Elastin, dadurch verstärkt es die Reparaturvorgänge an bspw. Haut, Blutgefäßen und inneren Organen. Vitamin P vermag so noch deutlich stärker als Vitamin C die Haut zu regenerieren, alte Falten zu glätten und neuen vorzubeugen.

Heute nennt man kaum noch den Begriff Vitamin P sondern spricht von Bioflavonoiden, zu diesen zählt auch Rutin, welches interessante Verwendungsmöglichkeiten in der Kosmetik findet.
Isländisches Moos - Das bekannteste Heilmoos
Das isländische Moos ist das bekannteste Heilmoos. Die Lutschpastillen aus isländischem Moos sind in aller Munde, fast jeder hat sie schon einmal bei einem Reizhusten oder einer lästigen Verschleimung genommen. Sie werden aber auch zu Tinkturen, Teeaufgüssen und in getrockneter Pflanzenform verarbeitet, um die unterschiedlichen heilenden und lindernden Inhaltsstoffe optimal nutzen zu können. Denn isländisches Moos enthält sowohl das kalt lösliche Isolichenin, das heiß lösliche Lichenin, auch bekannt als Flechtenstärke/ Polysaccharid-Schleimstoffe und Flechtensäuren. In dem Gewebekörper sind ebenso Vitamin A, Vitamin B1 und Vitamin B12 enthalten, sowie der therapeutisch wirksame Bestandteil Jod.
Wirkung und Anwendungsgebiete von isländischem Moos
Durch die antibiotische Wirkung, den enthaltenen Schleimstoffen und anderen belebenden und wohltuenden Inhaltsstoffen, ergeben sich vielseitige Heilansätze für isländisches Moos.
- Wundheilung
- Akne
- Atemwegsinfektionen und Atemwegsbeschwerden (Halsschmerzen, Reizhusten, trockene Heizungsluft)
- gereizte Schleimhäute (Mund- und Rachenraum)
- Heiserkeit
- mechanisch überbelastete Stimmbänder (übermäßiges Singen oder Sprechen)
- Appetitlosigkeit
- Verdauungs- und Magenbeschwerden
- Brechreiz-
- Nierenschwäche
- Erschöpfung und Nervosität

Torfmoose
In der Volksheilkunde und der TCM (traditionellen chinesischen Medizin) spielen die Torfmoose eine übergeordnete Rolle . Ob frisch, getrocknet oder als alkoholische Tinktur, regt die desinfizierende und antiseptische Wirkung des Torfmooses die Wundheilung an. Diese Heilkraft wirkt nicht nur bei Verletzungen sondern auch Ekzemen, Ausschlägen und Verbrennungen und verschafft so Linderung.
Gefahren und Nebenwirkungen von Moos
Moos ist nicht giftig und es konnten auch nach intensiver Forschung keine Moose gefunden werden die Giftstoffe enthalten, nicht umsonst sind Moose bekannt als die Lunge der Natur.

ACHTUNG: Experten warnen trotz dessen vor der Ernte von Moosen und Flechten in der freien Natur! Auch bis zum heutigen Tag besteht bei wild wachsenden Pflanzen die Möglichkeit einer Belastung mit radioaktiver Strahlung durch den Reaktorunfall in Tschernobyl. Durch ihre Eigenschaft Wasser und Luft zu filtern, können sie an manchen Orten auch mit Schwermetallen belastet sein.
Bei verarbeiteten Produkten aus der Apotheke und dem Einzelhandel handelt es sich jedoch ausschließlich um unbedenkliche Präparate, die strenger Kontrolle unterliegen.
